28.06.2016 – Veranstaltung: Grüner Kapitalismus – das Vokabular der neoliberalen Klimapolitik

Veranstaltung mit Sybille Bauriedl (Universität Bonn) • Teil 1 der Veranstaltungsreihe „Das Recht auf Stadt und die gesellschaftlichen Naturverhältnisse“

Die Debatte um den menschengemachten Klimawandel hat ihr eigenes Vokabular hervorgebracht. Kern dieses Vokabulars ist die Verknüpfung des Versprechens auf ungebremstes kapitalistisches Wachstum bei gleichzeitigem Erhalt des Weltklimas. Die Vereinbarkeit von Wachstum und Klimaschutz soll durch marktbasierte Klimaschutzinstrumente und grüner Technologie gewährleistet werden.
In Frankfurt wird diese Verknüpfung besonders deutlich am Begriff der „Green City“. Dabei sind Städte wie Frankfurt wesentlich für die menschengemachte Erderwärmung verantwortlich. Sie sind zu 80 Prozent für den weltweiten Kohlendioxidausstoß verantwortlich, zu 75 Prozent für den Energieverbrauch, Tendenz steigend. Mittels Begriffen wie „Energieeffizienz“ oder „Klimaneutralität“ wird allerdings suggeriert, dass die herrschende Wirtschafts-, Wohn und Konsumweise nur ökologischer Modernisierungen bedarf, um den Notwendigkeiten des Klimaschutzes gerecht zu werden.

Sybille Bauriedl ist Herausgeberin des „Wörterbuchs Klimadebatte“. Das Buch untersucht, wie der Industriekapitalismus durch seine Umdeutung in eine „Grüne Ökonomie“ als Lösung für alle Klimawandelprobleme plausibel erscheinen kann. Sybille Bauriedl wird die wichtigsten Begriffe des Klimavokabulars vorstellen und anschließend mit uns über Ansätze einer emanzipatorischen, sozial-ökologischen Perspektive auf das „Recht auf Stadt“ diskutieren.

Wann: Dienstag, 28. Juni 2016 • 19:00 Uhr
Wo: KOZ • Mertonstrasse 26-28 • 60325 Frankfurt am Main|Bockenheim

ÖPNV: “Bockenheimer Warte”, erreichbar mit: U4, U6, U7 • Bus 32,36,50,75 • Tram 16 • Nachtbus N1, N11.

Veranstaltet vom Referat für Verkehr und Ökologie | AStA Uni FFM & Café 2Grad