Archiv für Mai 2015

Auch am 1. Mai – soziale und ökologische Kämpfe zusammen führen!

Ende April 2015 demonstrierten 15.000 Beschäftigte der deutschen Kohleindustrie in Berlin für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und gegen die Einführung einer Klimaabgabe für alte Kohlekraftwerke. Die Abgabe soll den klimaschädlichen CO2-Ausstoß von älteren Kohle-meilern durch eine Art Strafsteuer drücken und die Braunkohle-Verstromung tendenziell unwirtschaftlich machen. Zur Demonstration aufgerufen hatten die Gewerkschaften IG BCE und Ver.di. Zeitgleich gingen im nordrheinwestfälischen Garzweiler 6.000 Menschen gegen den Braunkohleabbau und für den sofortigen Ausstieg aus der Kohlekraft auf die Straße.

Weshalb diese Einleitung zu einem Text zum 1. Mai? Der 1. Mai ist traditionell Kampftag der ArbeiterInnen und steht für das Aufbegehren gegen Ausbeutung und Unterdrückung, ist heute aber auch Tag, an dem wir für ein gutes Leben für Alle weltweit auf die Straße gehen. Elementare Voraussetzung für ein gutes Leben für ALLE ist der Erhalt der Lebensgrundlagen der Menschen. Als emanzipatorische Bewegung sind wir aufgefordert, die möglichen Widersprüche und Konflikte zwischen sozialen und ökologischen Kämpfen zu diskutieren und zu überwinden. (mehr…)

Blockupy: Ein Statement aus den Umweltbewegungen

„You don’t set fire to cars, you are setting the world on fire“ - Naomi Klein

In den Tagen nach den Blockupy-Protesten gegen die Eröffnung der neuen EZB-Zentrale überbieten sich Politiker*innen und Medien in ihrem Entsetzen über brennende Polizeiautos in Frankfurt. Als Aktivist*innen aus den Klima- und Umweltbewegungen möchten wir dieses Bild zurecht rücken.

Diejenigen von uns, die in Frankfurt auf der Straße waren, haben etwas anderes erlebt, als das Schreckensbild von Bürgerkrieg, das jetzt durch die Öffentlichkeit geistert. Ja, es gab tatsächlich auch unverantwortliche Aktionen. Vor allem aber war ein Aufbruch der Hoffnung einer neuen europaweiten Bewegung von unten in Frankfurt spürbar. Mit entschlossenem Widerstand in all seinen unterschiedlichen Formen, wie wir ihn von Castor- Protesten oder der Globalisierungskritischen Bewegung kennen. Und vor allem einer bunten und vielfältigen Demonstration mit weit über 20.000 Menschen, die an einem Mittwoch Nachmittag die Straßen füllten mit einer anderen Geschichte, als wir sie sonst zu hören bekommen: Menschen aus Italien, Griechenland, Spanien und vielen anderen Ländern, die Zeugnis ablegten über den Angriff auf die Armen und das Vernichten der Demokratie durch die Austeritätsherrschaft der Troika. Seite an Seite mit Menschen aus Deutschland, die klarstellten, dass es hier nicht um einen Konflikt zwischen Nationen geht, sondern zwischen Oben und Unten. In diesem Aufbruch sind die unterschiedlichsten Kämpfe zusammen gekommen: Kämpfe für Flüchtlingsrechte und Bewegungsfreiheit, feministische Kämpfe ebenso wie streikende Amazon-Beschäftigte und nicht zuletzt die Kämpfe gegen die Verantwortlichen der Klimakatastrophe. (mehr…)