Archiv für Mai 2013

Veranstaltung: Ökologie für Alle statt schwindelerregende Miethöhen

Zweite Veranstaltung unserer Reihe „Umkämpfte Energiewende“.

Mittwoch, 12. Juni 2013

Steigende Energiekosten und Mieten, Niedriglöhne und Erwerbslosigkeit ziehen nicht selten die Sperrung des Stromanschlusses oder sogar den Verlust der Wohnung nach sich. Das zeigt: steigende Energiekosten betreffen nicht alle Menschen gleich. Die energieeffiziente Sanierung von Wohngebäuden ermöglicht eine Erhöhung der Mieten, die oftmals nicht durch die Energieeinsparungen ausgeglichen wird. Gleichzeitig werden in Frankfurt hochpreisige Wohnungen, Häuser und Büros als „energieeffizient“ angepriesen. Wir wollen fragen, ob die energetische Sanierung Gentrifizierungsprozesse verstärkt und „Klimaschutz“ versus Mieter_innen-Recht steht? Am Beispiel der energetischen Sanierung von Wohnungen der städtischen ABG Holding im Gallus wollen wir den Zusammenhang von Energie und sozialen Auseinandersetzungen klären und zur Positionsfindung zwischen den Polen „Klimaschutz“ und „MieterInnenschutz“ beitragen.

Referenten: Ulrich Schachtschneider (Energieberater, freier Sozialwissenschaftler mit Schwerpunkt soziale Energiepolitik / Ökologisches Grundeinkommen), Bernd Müller-Weathersby (wohnt im Gallus und kämpft gegen eine Mieterhöhung durch die ABG), Eyup Yilmaz, Ortsbeirat 1 „Die Linke“

Ort: Gallus Zentrum (Krifteler Strasse 55; ÖPNV: Straßenbahn 11: Schwalbacherstr. / Ordnungsamt; S-Bahn Galluswarte)

Beginn 19:00 Uhr

Umkämpfte Energiewende: erste Veranstaltung der Reihe

Etwas mehr als 30 Menschen hatten sich am 16. Mai in der Raumstation Rödelheim eingefunden, um dem Vortrag von Wolfgang Pomrehn zum Thema „Umkämpfte Energiewende“ beizuwohnen. Die Erhöhung der EEG-Umlage ließe sich, so zeigte Pomrehn auf, durch verschiedene Maßnahmen begrenzen (z.B. Mehrwertsteuersatz von 7% anstatt von 19%). Zudem sei die die Umlage auch deshalb so hoch, weil es für die Industrie zahlreiche Ausnahmereglungen gibt. In der Reihe „luxemburg argumente“ hat Wolfgang Pomrehn kürzliche eine kleine Broschüre mit dem Titel „Armutsrisiko Energiewende? Mythen,Lügen, Argumente“ veröffentlicht, die hier als PDF herunterzuladen ist.

Als Ausblick, welche Themen für eine emanzipatorische / Klima- / Energiekämpfebewegung auf der Tagesordnung stehen, nannte Pomrehn vier Punkte:

- Lokale Netze und Energieversorgung rekommunalisieren (siehe dazu unsere Veranstaltung am 3. Juli im Klapperfeld)
- Öffentlich-rechtliche Netzgesellschaft für das Höchstspannungsnetz einfordern
- Kohlekraftwerke bekämpfen (Ausstiegsgesetz? CO2-Steuer?)
- Atomausstieg beschleunigen (Anreicherung und Brennstoffproduktion beenden, Import von Atomstrom verbieten