Archiv für März 2011

Veranstaltungsreihe: „Prima-Klima“ in der Arbeitswelt? Klimawandel & Arbeitsbedingungen – April + Mai

Wenn vom Klimawandel gesprochen wird, spielen die konkreten Arbeitsbedingungen selten eine Rolle. Im Fokus stehen einerseits die biologischen Auswirkungen auf die Natur, andererseits die Folgen des Klimawandels für die Gesellschaft. Dabei sind die Themen Klimawandel & Arbeit enger verknüpft, als es auf den ersten Blick scheinen mag. In unserer kleinen Reihe wollen wir versuchen, dieses Beziehungsgeflecht sichtbar zu machen. Auf der einen Seite sind umwelt- und klimaschädliche Produktionsweisen, vor allem im globalen Süden, in der Regel mit schlechten Arbeitsbedingungen verwoben. Andererseits werden bei der Produktion von potentiell „klimafreundlichen“ Energieträgern (Solarzellen, Windgeneratoren) in Europa oft minimalste gewerkschaftliche Standards unterlaufen.

Dienstag, 12. April 2011 – 19:30 Uhr
Film „Der Kleiderhaken“ (Zwischenzeit e.V.) – Die Schattenseiten des Freihandels in der globalen Bekleidungsindustrie

Der Film dokumentiert die Folgen der Globalisierung in der Bekleidungsindustrie und die damit verbundenen Konsequenzen für die ArbeiterInnen in den Maquiladoras und ihre Familien, die Umwelt und die regionalen Wirtschaftskreisläufe in Mittelamerika. Niedrige Löhne, fristlose Kündigungen, (sexuelle) Übergriffe und Gewerkschaftsverbote gehören zum Alltag in den Bekleidungsfabriken.

Dienstag, 3. Mai 2011 – 19:30 Uhr
Vortrag zu Arbeitsbedingungen in der Metallbranche „Neue Energie“

Ein Gewerkschaftssekretär der IG Metall, der zur Zeit im Bereich der erneuerbaren Energien arbeitet, wird über die Arbeitsverhältnisse und über die gewerkschaftlichen Organisierungsversuche in dieser Branche berichten. Im Gegensatz zum „sauberen“ Öko-Image der Anbieter alternativer Energietechnologien sind die Arbeitsverhältnisse alles andere als „sauber“ und „nachhaltig“. Sie sind nicht selten von Dumpinglöhnen und Leiharbeit geprägt. Zeigt sich hier die hässliche Fratze des „New Green Deal“?
In Kooperation mit Redaktion express / AFP e.V., Frankfurt a.M. www.express-afp.info

Ort: jeweils Infoladen im Café Exzess, Leipzigerstraße 91, Frankfurt

Termin im März: Bericht über die Karawane von Bamako zum Weltsozialforum in Dakar

Anfang Februar 2011 brachen mehrere hundert Aktivistinnen und Aktivisten von Bamako, der Hauptstadt Malis, nach Dakar, der Hauptstadt Senegals auf. Das Ziel war das Weltsozialforum in Dakar. Organisiert wurde die Karawane vom Netzwerk „Afrique-Europe-Interact“, ein kleines, transnational organisiertes Netzwerk, welches im Oktober 2009 gegründet wurde. Beteiligt sind AktivistInnen aus Mali, Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Ihre zentralen Forderungen sind das Recht auf die Freiheit der Migration nach Europa, aber ebenso das Recht auf gerechte Entwicklungschancen in den afrikanischen Ländern selbst.

Während der Karawane fanden mehrere Aktionen statt, unter anderem gegen die EU-Grenzschutzagentur Frontex und illegale Abschiebungen von Mauretanien nach Mali. Zudem wurden an den einzelnen Stationen der Karawane politische Versammlungen mit der lokalen Bevölkerung organisiert: Einerseits zu den Hintergründen von Flucht und Migration, exemplarisch erwähnt seien die Zerstörung kleinbäuerlicher Landwirtschaft sowie die Auswirkungen des Klimawandels auf (West-)Afrika. Andererseits zur Situation von Flüchtlingen und MigrantInnen – ob in den Transitländern oder in der EU. Die soziale Situation in Mali und Westafrika ist geprägt von Landvertreibungen, Privatisierungen, Arbeitskämpfen und den Auswirkungen des Klimawandels.

Hagen Kopp, kein mensch ist illegal/Hanau und Teilnehmer der Protestkarawane von Bamako nach Dakar, wird über die Reise berichten.
Anschließend soll gemeinsam über Ziele und Ergebnisse der Tour sowie des Netzwerks Afrique-Europe-Interact diskutiert werden.


Wann: Dienstag, 15. März 2011 – Beginn: 20:00 Uhr

ACHTUNG – DRITTER DIENSTAG – Ort: Café Exzess

Weitere Infos: www.afrique-europe-interact.net